Unterzeichnen Kooperation: OB Dieter Gummer und IJM-Projektleiter Dan Seiler. Mit dabei sind Daniel Ernst (Stadt, stehend, v. l.) sowie die Schulvertreter Erich Werner, Kathrin Petridis, Frank Orthen, Marcus Roth und Anja Kaiser.

Das Institut für Jugendmanagement aus Heidelberg (IJM Stiftung) ist seit 20 Jahren in der schulergänzenden Jugendbildung aktiv und fördert jährlich tausende Schüler in den unterschiedlichsten Kursen, Workshops und Online-Programmen. Das IJM wird nun auch an fünf Hockenheimer Schulen die digitale Bildung fördern und Schülern Möglichkeiten zum Kontakt mit neuen Technologien bieten. Oberbürgermeister Dieter Gummer hat für dieses „Digitale Bildungsupdate“ die Schirmherrschaft übernommen und unterzeichnete gemeinsam mit IJM-Projektleiter Dan Seiler eine entsprechende Vereinbarung.

Zur Vertragsunterzeichnung waren Rektor Erich Werner in Begleitung von Klassenlehrerin Kathrin Petridis von der Pestalozzischule sowie die Schulleiter Anja Kaiser (Gauß-Gymnasium), Marcus Roth (Hartmann-Baumann-Schule), Frank Orthen (Hubäckerschule) und Jürgen Wolf (Realschule) ins Rathaus gekommen. Die Stadt vertrat neben Gummer der stellvertretende Fachbereichsleiter Daniel Ernst.

Dan Seiler stellte das Angebot des Instituts für Jugendmanagement vor. Dieses sei für alle Schüler zugänglich. Beim „Digitalen Bildungsupdate“ gibt es sowohl flächendeckende Programmbestandteile, bei denen jeder Schüler in Kontakt mit Zukunftstechnologien kommt, als auch individuelle Maßnahmen. Parallel dazu werden Impulse zum eigenständigen Ausbau der digitalen Bildung gesetzt, welche die Zukunft in die Sozialgesellschaft wie Vereine, Initiative und eben auch Schulen trägt.

Bei den flächendeckenden Maßnahmen erhalten alle Schüler und Lehrer einen kostenfreien Basis-Zugang zur Online-Lernplattform „DasBildungsnetzwerk“. Unabhängig von bereits genutzten Plattformen und Medien kümmert sich das IJM mit seinem Projektteam darum, digitale Inhalte zu bündeln, Rahmenverträge für Schulen mit Zulieferern zu schließen und alles über eine Plattform, eine Technologie und einen Ansprechpartner zur Verfügung zu stellen.

Kernbereiche verstehen

Alle Schüler der vierten bis sechsten Klassen werden ab diesem Schuljahr flächendeckend einmal pro Halbjahr durch das Institut für Jugendmanagement mit einem MINT-Workshop (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) in den Kernbereichen des digitalen Wandels, beispielsweise 3D-Druck, Robotik, versorgt. Dies geschieht schwerpunktmäßig unter den Aspekten der Teilhabe, der Berufsorientierung und der technologischen Mündigkeit im Alltag.

Für die Durchführung muss von der Schule lediglich ein Raum zur Verfügung gestellt werden. Personal und Material werden von der IJM Stiftung gestellt. Equipment ist für 30 Schüler vorhanden.

Individuelle Angebote sind die Exkursionen. An diesen können Kinder und Jugendliche aus Hockenheim und Umgebung eigenständig gegen eine Kostenbeteiligung teilnehmen. Beispiele sind eine Physik-exkursion zur Großforschungseinrichtung CERN (größtes Forschungszentrum für Teilchenphysik der Welt in Genf/Schweiz), zum Forschertag im KIT (Karlsruher Institut für Technologie) oder Basiskurs App-Programmierung in Heidelberg. Die Exkursionen sollen den Teilnehmern erlauben, über den Tellerrand hinauszublicken und Bildung mit spannenden Erlebnissen zu verknüpfen.

Einmal im Quartal findet eine offene, kostenfreie Bildungsveranstaltung auf dem Hockenheimring statt, um Jugendlichen der siebten Klassen bis Abitur aus Hockenheim und Umgebung für moderne Technologien und Programmierung zu begeistern und Berührungspunkte zur Zukunftstechnologie zu schaffen. Bei den „Digital Transformers“ (ehemals Go Digital Night, wir berichteten) können die Teilnehmer aus mehreren angebotenen Workshops die Schwerpunkte wählen.

Jugendprojekte selbst anbieten

Schließlich bieten die Ausbildungsprogramme der IJM Stiftung engagierten Schülern, Lehrern und Vereinsmitgliedern das Rüstzeug, eigene Jugendprojekte und Schülerbildungsangebote im Bereich MINT und digitaler Wandel zu planen, zu organisieren und durchzuführen. So werden Vereinsfunktionäre und Schülermentoren geschult, um beispielsweise in den Schulferien Jugendbildungsangebote schaffen zu können oder AGs in Schulen zu leiten.

Während das Ausbildungsprogramm am Gauß-Gymnasium jetzt angelaufen ist, besteht die Kooperation Realschule-IJM schon länger. Gauß-Direktorin Anja Kaiser sprach von ersten guten Erfahrungen mit den Workshops und hielt es für wichtig, dass das Angebot flächendeckend an Schulen angeboten werde. Von positiven Erfahrungen berichtete auch Realschulrektor Jürgen Wolf.

Die Gesamtkosten für das Projekt in Hockenheim bezifferte Dan Seiler auf etwa 50 000 Euro. Diese werden von der Stiftung getragen – Schulen und Stadt müssen nichts bezahlen. Die Stiftung finanziert sich über Spenden oder auf Umlagekostenbasis (zum Beispiel bei Exkursionen).

Die Stadt, so Daniel Ernst, trete als Vermittler auf und unterstütze das Projekt. Ein Beispiel dafür ist die von OB Dieter Gummer übernommene Schirmherrschaft.

Die fünf Hockenheimer Schulen gesellen sich zu den bisher 120, mit denen das Institut für Jugendmanagement in den vergangenen Jahren eine Partnerschaft einging.

Quelle: Presseartikel 17.10.2018, Schwetzinger Zeitung, Autor: Hans Schuppel, LINK